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Mein armer alter Mann und seine experimentierwütige Frau oder Käsekuchen ohne Boden

An und für sich ist ja an einem Käsekuchen nichts besonderes. Leider ist er aber nicht ganz so experimentierfreudig wie ich, er könnte, glaube ich, sehr gut auf meine ewig Rezeptetestereien oder eigene Versuche verzichten. Ihm wäre wahrscheinlich jede Woche einmal Marmorkuchen und einmal Hefezopf am liebsten. Tja, Pech gehabt, der Arme ;-)
Kurz bevor mein Mann letzte Woche aber Geburtstag hatte, habe ich das neue Buch "Liebes Bisschen als Rezensionexemplar zu geschickt bekommen. Irgendwie hat er es wohl rumliegen gesehen, denn als dann auf einmal ein Käsekuchen zum Kaffee auf dem Tisch stand hatte er schon gleich einen Verdacht:

Er:Was ist das? Ist das schon wieder ein Experiment?
Ich: Neeeein, ein ganz normaler Käsekuchen.
-Kuchen wird angeschnitten-
Er: Der sieht aber irgendwie anders aus?
Ich: (Grins) Nur ein bißchen, der hat keinen Boden. Aber das gehört so.
Er: Warum? Das geht doch gar nicht, daß ist dann ja nur Matsche.
Ich: Der ist aber sonst ganz normal, nur eben ohne Boden. Du wirst ja jetzt bald ganz alt und deine Zähne sind ja auch nicht mehr die besten, also wollte ich mal nett sein und...

Am Ende hat er ihn dann doch ohne weiteres Murren gegessen, den "das Experiment" war wirklich lecker und kommt schon ziemlich dem nahe, was ich mir als perfekten Käsekuchen vorstelle (es spricht ja an und für sich nichts dagegen, für meinen Mann das nächste Mal dann auch einen Mürbteigboden drunter zu machen).

Der Kuchen selbst ist nicht so saftg-glitschig, wie ich schon viele Käsekuchen gesehen, gegessen und gebacken habe. Er ist locker und luftig, aber trotzdem irgendwie cremig-mürb (das ist sehr schwer zu beschreiben).
Ich habe wie als Variante vorgeschlagen, die Vanille durch Tonkabohne ersetzt und davon 1/4 Bohne in den Teig gerieben.

Heute leider ein ziemlich bescheidenes Bild, die Zeit reichte nicht zu einem besseren.


Käsekuchen ohne Boden

6 Eier, getrennt
250 g weiche BUtter
250 g Zucker
Schale (gerieben) und Saft 1/2 Zitrone
1/4 Tonkabohne, gerieben
1 kg Quark
1/2 TL Salz
115 g Mehl
15 g Speisestärke
1 TL Backpulver

Den Backofen auf 150°C vorheizen. Eine Springform mit 26 cm Durchmesser fetten und ausmelieren.

Butter und Eigelbe in einer Schüssel schaumig schlaegen. Langsam den Zucker einrieseln lassen und weiterschlagen, bis die Masse sehr schaumig und hell ist.
Die geriebene Zitronenschale, der Saft der Zitrone und die geriebene Tonkabohne zur Eigelbmasse geben und unterrühren.
Qurak zugeben und unterheben. 
Mehl, Speisestärke und Backpulver mischen und ebenfalls unterheben
Die Eiweisse steif schlagen, dabei das Salz zugeben. 
Das steife Eiweiß vorsichtig so kurz wie möglich unter die Quarkmasse heben und das ganze in die Springform füllen.
Auf der mittleren Schiene ca. 50 Minuten backen, am besten bei Umluft.
Er darf nach dem Backen noch einen leicht wabbeligen Kern haben.  Nach dem Backen komplett auskühlen lassen und dann ungefähr noch 6 h kühl stellen und erst danach servieren.

Die Autorin empfiehlt dazu Himbeersauce.
 


Chocolate Custard Muffins mit Himbeeren aufgepeppt

Und schon wieder ist ein Rezept von Dan Lepard am Start, dieses Mal aus seinem Buch "Short & Sweet". 
Diesesmal verspricht er uns den "einfach besten Schokoladenmuffin, den wir je essen werden".
Getestet und für gut befunden haben wir das Rezept bereits vor längerer Zeit. Der Muffin schmeckt, wenn er nicht zu lange im Ofen ist, wie gebackenes Mousse au chocolat.
Aber es heißt ja nicht, daß was gut ist nicht doch noch verbessert werden kann :-)

Und so kommt schon wieder eine Prise Tonkabohne zum Einsatz (diesesmal zusammen mit Vanille, wer keine hat/mag, nimmt einfach mehr Vanille). Und um das ganze noch etwas fruchtig zu machen, gibt es gefrorene Himbeeren in den Teig. Schokolade und Himbeeren werden ja schließlich sehr oft mit leckeren Ergebnissen in Tartes und Torten kombiniert.

Die Zubereitungsart weicht total von mir bisher bekannten Muffinteigen ab - sie findet komplett im Kochtopf statt (wenn man zu Beginn einen genügend großen nimmt).
Zuerst wird ein Pudding gekocht, in den nur die Zutaten nacheinander gerührt werden - aber lest selbst.

Ich hab leider kein Bild vom Innenleben gemacht, dafür saß die Ballerina letztens auf einem dieser Muffins

Chocolate Custard Muffins mit Himbeeren

für den Pudding:
50 g Speisestärke (vorzugsweise aus Mais) 
3 EL Kakao
100 g brauner Zucker
225 ml kaltes Wasser

restliche Zutaten:
75 g Butter, gewürfelt
125 g dunkle Schokolade (70% Kakao), gehackt
75 ml Sonnenblumenöl
1/2 TL gemahlene Vanille ( oder 1/4 Tonkabohne und 1/4 TL Vanille)
2 Eier
125 g Zucker
125 g Mehl
2 1/2 TL Backpulver

optional: 2 Handvoll TK-Himbeeren

Ofen auf 180°C vorheizen.
Zuerst aus den genannten Zutaten einen Pudding zubereiten. Dazu alles in einen Topf geben und beio mittlerer Hitze unter ständigem Rühren aufkochen, bis die Masse stark eindickt.

Butter und Schokolade zugeben und Rühren, bis alles geschmolzen und eingearbeitet ist.
Sonnenblumenöl, Vanille/Tonka und 1 Ei unterrühren. Zucker und das restliche Ei zugeben und weiterrühren, bis die Masse einheitlich glänzt. Zum Schluss das Mehl mit dem untergemischten Backpulver auf die Masse sieben und vollständig einarbeiten.
Wenn gewünscht (sehr zu empfehlen!) die Himbeeren unterrühren.
In ein mit Papierförmchen ausgelegtes Muffinsblech geben ( ohne Himbeeren gibts 12 Stück, mit 14) und für 25 min backen.

Schmeckt auch gut als Cupcake verkleidet mit etwas Meringue-Buttercreme ( wem sie noch nicht süß genug sind).



Marmorierte Schoko-Tonka-Waffeln

Diese Woche hatten wir richtige Luxuswaffeln auf dem Tisch. Statt Vanille wurde Tonkabohne verwendet, statt Milch im Teig Sahne und zur Abwechslung zu normalen "einfarbigen" Waffeln haben wir uns an einer schönen schokoladigen Marmorierung versucht.
Aber ehrlich gesagt ... unser normales Standardrezept (daß sicher auch noch mal verblogt wird) ist mir irgendwie lieber. Nicht daß diese hier schlecht schmecken, sie waren eigentlich ziemlich gut (aber vielleicht werde ich auf meine alten Tage doch ein eingefahrenes Gewohnheitstier).




Marmorierte Schoko-Tonka-Waffeln


4 Eier, getrennt
75 g Zucker
50 g Butter, zerlassen
1 Prise Salz
1/4 Tonkabohne, gerieben
150 g Mehl
1 TL Backpulver
175 g Sahne
20 g Kakaopulver
2 EL Milch

Eiweiße und Salz steif schlagen, dabei den Zucker einrieseln lassen. 
Mehl in eine Schüssel sieben, Backpulver untermischen- Eigelbe, Sahne, Tonkabohne und die verflüssigte Butter unterrühren.
Den Teig halbieren. Unter eine Hälfte Kakaopulver und MIlch rühren.
Zu jeder Teighälfte jeweils die Hälfte des Eischnees geben und vorsichtig unterheben.

Waffeleisen aufheizen und ggf. etwas einölen. Je ca. 2 Löffel hellen und dunklen Teig reingeben, mit einem Messer kurz vermischen und die Waffeln goldbraun ausbacken. 
Mit Puderzucker bestäubt servieren.

Ergibt ca. 6 Waffeln




Ein Rezept gegen Sonnensehnsucht...

... und Winterfrust.
Die Kinder wollten Muffins, keinen Kuchen. Die Bäckerin hatte keine große Lust auf Experimente, nur fruchtig-sommerlich sollte es sein. Deshalb nahm ich mein Standardmuffinrezept, von dem ich weiß, daß der Teig immer schmeckt (aber nicht mehr aus welchem Buch er ursprünglich stammt). Bei einem Kontrollgang durch die Vorräte fand sich eine Dose Kokosmilch, Tonkabohnen und eine Mango. Bei meinem "Zuckerzeug" lag ganz einsam noch eine Orchidee, die mir nicht schön genug gewesen war für ein Gesteck auf einer Torte (und sie ist wohl auch botanisch nicht ganz richtig gebunden). Die durfte dann noch mit aufs Bild, bevor sie von der Kleinen als Lolli mißbraucht wurde.

Heraus kam das: 

Weil bei uns nicht alle Mango mögen, habe ich nur die Hälfte der Muffins mit ihr gemacht, die andere Hälfte mit TK-Himbeeren.

Tonka-Kokos-Mango-Muffins

1/4 Tonkabohne, gerieben
180 g Butter
150 g Zucker
3 Eier
300 g Mehl 
2 TL Backpulver
1 Prise Salz
225 ml Kokosmilch
1 Mango, gewürfelt (oder 1/2 Mango und 1 große Handvoll TK-Himbeeren)

Ofen auf 175 °C vorheizen.
Tonkabohne, Butter und Zucker schaumig rühren. Eier einzeln zugeben und jeweils ca. 1 min unterrühren. Mehl, Backpulver und Salz mischen und abwechselnd mit der Kokosmilch unter die Eimischung rühren. Mangowürfel unterheben (oder Teig in zwei Hälften teilen, unter die eine Hälfte die Mango, unter die andere die Himbeeren).
Muffinblech mit Papierförmchen auslegen, Teig einfüllen und ggf. mit einer Mischung aus braunem Zucker und Kokosraspeln bestreuen. 20 - 25 min backen
Ergibt 12-15 Stück

Wir haben noch ein paar der Muffins mit leicht gesüßter geschlagener Sahne und Mangowürfeln verziert.

Ein Grüßle aus meiner süßen Werkstatt,
Barbara